Peter Dempf


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Ulrich Schwarz

Theaterstücke

Ulrich Schwarz - Eine Tragödie


Macht korrumpiert seit jeher. Als der Augsburger Bürgermeister Ulrich Schwarz zu Ende des 15. Jahrhunderts das Bürgermeisteramt übernimmt, ist er ein Macher mit Visionen. Er will den bis dahin unterrepräsentierten niederen Zünften Mitsprache im Stadtregiment einräumen und Augsburg aus der Steuerfalle befreien. Beides gelingt. Doch Schwarz ist ein Getriebener. Als sich ihm das Augsburger Patriziat entgegenstellt, will er die alten Herrschaftsstrukturen in der Stadt nicht nur langsam ändern, sondern radikal beseitigen. Die niederen Zünfte stehen auf seiner Seite. Gelegenheit beitet sich ihm, als angesehene Vertreter der Patrizier, die Brüder Vittel, sich gegen die Stadt vergehen. Die Todesstrafe für die Brüder folgt auf dem Fuß.
Doch der Tod der Vittel läutet den Sturz des Bürgermeisters Schwarz ein. Der nämlich ist verwundbar. Seine Tochter Adelheid liebt den Sohn des hingerichteten Leonard Vittel. Unter dem Galgen verflucht dieser den Bürgermeister. Adelheid kommt durch einen tragischen Unfall ums Leben, als sie durch die morschen Planken einer Brücke stürzt. Gebrochen und seiner Lebensvisionen beraubt, versucht Schwarz noch, sein Lebenswerk zu retten. Aber er überspannt den Bogen. Eine Verschwörung enthebt ihn seines Amtes, er wird gefoltert und schließlich hingerichtet. Die Meuterei der Patrizier gegen das Stadtregiment wird dadurch vertuscht und beschönigt, dass aus den Stadtarchiven alle Hinweise auf das positive Wirken des Bürgermeisters Schwarz getilgt werden. So versinkt er im Dunkel der Geschichte.








Ulrich Schwarz.
Eine Tragödie

Uraufführung 13. April 2002

Das Buch und ein bearbeitetes Typoskript mit Kürzungen können über den Autor angefordert werden.



1. Akt


1. Szene
(Hangenor tritt auf, das Gesicht verborgen, sieht sich um.)

Hangenor: Regiert wird diese Welt vom bösen Geist der Macht, der um und um sie treibt und nimmermüde jeden hetzt, bis er entatmet in die Knie bricht. Das bißchen Herz, das übrig bleibt, wird von der Lust zerrissen und gequält, die Macht, die in die Hände wurd' gelegt des Mächtigen, nur zu erhalten, nicht sie gewinnend einzusetzen, wofür sie übergeben. Ihr gilt es nachzuforschen, ihr auf die Schliche wohl zu kommen, ihr Ränkespiel von Beginn an zu durchschaun, sonst unterliegt man ihr, der Lust zur Macht, und sie reißt ohne Zögern uns in tiefste Höllentiefen. Dort, wo die Hölle dann am nächsten liegt zum ewigen Ende ohne Wiederkehr, dort hält sie uns gefangen. So damals und so heute und so morgen wieder jeden, der an ihr sich unbedacht verliert.

(Tritt ab. Verbirgt sich hinter dem Neubau des Galgens)


Der hingerichtete Bürgermeister Ulrich Schwarz. Zeichnung in der Chronik des Burkhard Zink aus dem Stadtarchiv Augsburg.

Bühnenbild der Uraufführung am 13. April 2002 von Herbert Buckmiller

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